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Bally-Schuhmuseum, Oltnerstr. 6



Das Haus zum Felsgarten, einst Wohnhaus des Firmengründers Carl Franz Bally, beherbergt seit 1942 ein Museum, dessen Ausstellungsgut ganz im Zeichen des Schuhs steht. Im Verlaufe von mehr als 120 Jahren kam eine Sammlung zustande, die weltweit zu den reichhaltigsten und vollständigsten zählt. Die Entwicklungsgeschichte des Schuhwerks über einen Zeitraum von mehr als 3000 Jahren wird hier fast lückenlos nachgezeichnet. Sind es vor einem Jahrhundert die Herren der damals aufstrebenden Schuhfabrik gewesen, die in fernen Landen nach exotischen Schuhen fahnden liessen, so waren es späterhin gute Kontakte zu namhaften Archäologen, Antiquaren und Sammlern, die erklärbar machen, warum geschichtliche Schuhzeugnisse von allerhöchstem Wert im Schönenwerder Bally-Museum eine Bleibe gefunden haben. So etwa die Sandalen, die von unbekannten Ägyptern vor mehr als 3000 Jahren aus Palmblattstreifen geflochten wurden, die purpurledernen, blattgoldverzierten Schuhe aus fürstlichen Garderoben des oströmischen Reiches, die überaus seltenen spätmittelalterlichen Schnabelschuhe oder die tolpatschig wirkenden Schuhe eines weltberühmten Clowns.
Als aussergewöhnlich in Umfang und Gehalt darf jener Sammlungsteil gelten, der schuhförmige Gegenstände umfasst, die keinem Bekleidungszweck dienen, sondern als Gefässe, Behälter oder Zierobjekte aus wenig fussgerechten Materialien mehr symbolischen als praktischen Wert besitzen. In Anlehnung an alte Göttersagen waren diese Kostbarkeiten in frühgeschichtlicher Zeit dazu ausersehen, als Grabbeigaben, rituelle Gefässe oder Lampen von Lebenden und Toten begehrte Gaben des Himmels zu übermitteln. Im 18. und 19. Jahrhundert, wo Miniaturschuhe aus Porzellan, Fayance, Email, Edelmetallen oder Holz in den Salons der Vornehmen allgegenwärtig waren, traute man diesen niedlichen Dingen zu, delikate Liebesbotschaften so zu befördern, dass selbst schüchternste Empfängerinnen einem solchen Glücksangebot nicht mehr widerstehen konnten. Sowohl im antiken als auch im neuzeitlichen Bereich der Schuhsymbolik kann das Bally-Schuhmuseum mit ausserordentlichen Ausstellungsstücken aufwarten.
In allen zwölf Räumen des Museums begegnet man zudem direkt oder indirekt dem Schuhmacher: Dem Schuster der kleinen Leute hier, den Handwerkermeistern und den industriellen Schuhherstellern dort. Auf das alte Schuhmacherhandwerk machen zwei spezielle Ausstellungsräume, dazu Gemälde und Kupferstiche in besonderer Weise aufmerksam.

Dr. Paul Weber



Das Museum kann - im Zeitraum von Januar bis Mitte Juli und von Mitte August bis Mitte Dezember - wie folgt besichtigt werden:

Führungen für Einzelpersonen finden am letzten Wochenende im Monat, Freitag und Samstag jeweils um 14.00 Uhr statt.

Für Gruppen (10 bis 60 Personen) werden Führungen nach Vereinbarung durchgeführt. Anmeldungen werden entgegengenommen unter Telefon Nr. 062 849 99 45
und Telefon Nr. 091 612 91 11 oder ReceptionCaslano@bally.ch.

Bally Schuhe