Willkommen auf der Website der Gemeinde Schönenwerd



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen
  • Druck Version
  • PDF
vorhergehendes Ereignis | nächstes Ereignis

Episode: Das Ende der Falkensteiner

1444 - 1458

Thomas von Falkenstein war der Enkel des Hans, welcher 1415 das Schönenwerder Chorherrenstift verwüstet hatte.

Auch Thomas war Herr von Gösgen und hatte die Kastvogtei über Schönenwerd inne.
Der herrschaftliche Überbau hatte sich jedoch im Vergleich zu früheren Zeiten markant verändert. Die Lehensherren waren nämlich seit den Schönenwerder Ereignissen von 1415, welche Grossvater Hans vom Zaun gebrochen hatte, noch immer die damals von den Chorherren um Hilfe gerufenen Berner und nicht mehr wie zuvor die Habsburger.

Im Jahr 1443 kam es zum Alten Zürichkrieg. Ausgelöst wurde dieser dadurch, dass sowohl Schwyz als auch Zürich den Machtbereich ins Toggenburg ausweiten wollten.
Die Eidgenossen standen geschlossen auf Seiten der Schwyzer, welche das Recht auf ihrer Seite hatten. Die Angelegenheit eskalierte aus verschiedenen Gründen und Zürich schloss ein Bündnis mit Habsburg und Frankreich. Aus einem innereidgenössischen Konflikt war ein Konflikt zwischen Herrschaftsformen geworden (süddeutscher Adel gegen eidgenössische städtische Lebensformen und Landstände).

Thomas von Falkenstein, der eine Affinität zu den Habsburgern hatte, glaubte, seine Stunde sei gekommen. Er stellte sich auf die Seite der Zürcher und Habsburger. Am 31. Juli 1444 überfiel er mit seinen Leuten bei Nacht das bernische Landstädtchen Brugg und brannte es nieder.

Die Sache, auf die er sich eingelassen hatte, war für den Falkensteiner aber gleich mehrere Nummern zu gross. Schon vier Tage später standen die Berner und die Solothurner vor seinem Schloss. Dieses wurde nach kurzer Gegenwehr eingenommen, abgebrannt und anschliessend geschleift.

Diese Ereignisse sind für die weitere politische Geschichte unserer Region von erheblicher Tragweite. Die Herrschaft sollte nämlich 1458 an Solothurn gelangen (detailliertere Angaben dazu finden Sie auf der nächsten Seite).

Thomas wurde verboten, nochmals in unserer Gegend Wohnsitz zu nehmen. Mit ihm verschwand der letzte Ritter aus dem Niederamt.


Einige ergänzende Angaben zum Alten Zürichkrieg

Ein Aufklärungskontingent der Eidgenossen wurde bekanntlich am 26. August 1444 in der Schlacht von St. Jakob an der Birs vom Heer des Dauphin völlig aufgerieben. Die Eidgenossen brachen aus diesem Grund die Belagerung von Zürich ab. Was sie im ersten Moment als Niederlage wahrnahmen, kam jedoch einem Triumph gleich. Da zu jener Zeit das Konzil zu Basel stattfand, fand die Schlacht sozusagen vor den Augen der Mächtigen und Grossen Europas statt, welche dem Ereignis von den Stadtmauern aus beiwohnten. Wegen der Todesverachtung, mit welcher die Eidgenossen gegen die dreissigfache Übermacht kämpften, wurde das Geschehen von ihnen mit den grössten Heldentaten der Antike verglichen. Der Dauphin kehrte um. Er wollte nicht mehr gegen diese Leute kämpfen, er wollte sie vielmehr als Söldner. Schon am 28. Oktober 1444 wurde der Friedens- und Freundschaftsvertrag von Ensigheim mit Frankreich geschlossen.
Auch die deutschen Fürsten zeigten keine Lust, in dieser Sache noch ihre Köpfe zu riskieren. So kam es schliesslich 1450 zum Frieden. Zürich verzichtete auf das Bündnis mit Österreich und wurde im übrigen im Friedensschluss sehr versöhnlich behandelt.

Der alte Zürichkrieg und dessen gütliches Ende hatte verschiedene wichtige Folgen:

Der Friedensvertrag kam einer Neugründung der Eidgenossenschaft gleich.

Die Eidgenossen, welche zuvor als skurile Sonderlinge betrachtet worden waren, hatten internationales Ansehen erworben. Militärisch wurden sie als Grossmacht wahrgenommen.

Die Tatsache, dass die Habsburger im Krieg nicht nur ihre Fürstenmacht in die Waagschale warfen, sondern in ihrer zweiten Funktion als Kaiser das ganze Reich in den Konflikt einzuspannen versuchten, hat die Eidgenossen dem Reich entfremdet.

zur Übersicht